Was bringt das Einweichen bzw. Aktivieren von Nüssen – abgesehen von besserem Geschmack?

Veröffentlicht von Saida am 04.03.2018
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    Eine Nuss ist zunächst einmal der Samen des Baumes. Ihr Zweck ist das Hervorbringen einer neuen Pflanze. Und so enthält die Nuss, neben vielen anderen dafür zuständigen Inhaltsstoffen, auch sogennante Enzyminhibitoren. Diese braucht das Nüsschen, um nicht zu früh mit dem Austreiben zu beginnen, ehe die optimalen „Rahmenbedingungen“ gegeben sind.
    Enzyminhibitoren verhindern aber beim Menschen leider auch teilweise die in der Bauchspeicheldrüse gebildeten Verdauungsenzyme, was zum Problem werden kann, wenn man regelmäßig davon isst.
    Ebenso schwierig ist der Verzehr der in Nüssen enthaltenen Phytinsäure. Diese bindet im Verdauungstrakt wertvolle Mineralstoffe wie Zink, Eisen, Magnesium, Calcium, Chrom und Mangan und verhindert deren Absorption (=Aufnahme). Dadurch kann es zur Unterversorgung dieser Mikronährstoffe kommen. Mit einer Menge von 100-400mg Phytinsäure am Tag kann der Körper noch umgehen. Zur Orientierung: Das sind ca. 25g Haselnüsse, 50g Walnüsse oder 30g Mandeln. 
    Um die ganzen Antinährstoffe und Gifte in Nüssen zu neutralisieren und wiederum enthaltene Nährstoffe überhaupt erst einmal richtig für den Körper verfügbar zu machen, lohnt es sich also, die Methode des Einweichens anzuwenden. 
    Eine Nuss verfügt ja bekanntermaßen vor allem über zahlreiche gute Nährstoffe. Doch scheiden wir viele davon unverdaut wieder aus, da sie so einfach gar nicht verfügbar sind für unseren Körper. Durch das Einweichen bilden sich wiederum wertvolle Enyzme die den Vitamingehalt der Nuss erhöhen, da sie dabei zu keimen anfängt und die Pflanze dazu bringt alle Nährstoffe die sie (wie oben erwähnt) zum Wachsen benötigt, bereitzustellen. 

     

    Welche Nüsse sollten unbedingt eingeweicht werden?

    •    Haselnüsse 8 Std.
    •    Kürbiskerne 12 Std.
    •    Mandeln 12 Std.
    •    Paranüsse 6 Std.
    •    Sesamsamen 8 Std.
    •    Sonnenblumenkerne 6 Std.
    •    Walnüsse 4 Std.

    Für wen ist das wichtig?

    • Jeden, der gerne und oft Nüsse isst.
    • Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion, da hier auch die Bauchspeicheldrüse weniger aktiv ist, wodurch Nüsse zusätzlich schlechter verdaut werden. 
    • Menschen, die Probleme mit der Verdauung haben.
    • Wer eine große Menge Nüsse zu einem Rezept verarbeitet (Nussmilch, Rawfood-Kuchen und Desserts, Müslis, Riegel)

    Für wen ist es egal?

    • Wer je nach Sorte nicht mehr als 4-10 Nüsschen am Tag isst  (Reminder: 25g Haselnüsse, 50g Walnüsse oder 30g Mandeln).

    Aber wie genau weicht man Nüsse ein?
    1.    Einen Teelöffel Meersalz Salz pro 250ml in einen Behälter mit zimmerwarmem Wasser einrühren (Salz fördert den Abbau der Antinährstoffe und Gifte und fördert den Aufbau bzw. die Verfügbarkeit der nützlichen Enzyme und Vitamine).
    2.    Nüsse für die jeweilig vorgesehene Zeit einweichen.
    3.    Nüsse gründlich mit kaltem Wasser abspülen

     

    Danach:
    - Können die Nüsse entweder gleich weiterverarbeitet werden (zu Nussmilch, etc.).
    - Oder im Sommer: Die Nüsse auf einem Küchentuch ausbreiten und in der Sonne trocknen.
    - Oder im Ofen „darren“ (=trocknen): Dafür den Ofen auf kleinstmöglicher Stufe einschalten, Die Nüsse auf einem Backblech verteilen und einen Kochlöffel oder Ähnliches in die Ofentür klemmen und über ca. 4-6 Stunden langsam trocknen. 

     

    QUELLEN
     http://www.westonaprice.org/health-topics/living-with-phytic-acid/
     https://de.wikipedia.org/wiki/Enzymhemmung
     https://de.wikipedia.org/wiki/Phytinsäure
     http://ajcn.nutrition.org/content/53/2/537.full.pdf
     http://jn.nutrition.org/content/133/11/3778S.full

    Zuletzt geändert am: 05.03.2018 um 09:49

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