Depression oder Anpassungsstörung?

18.04.2018
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Was eine Depression ist, wissen viele von uns heutzutage;

Die Medien haben dahingehend bereits viel Aufklärungsarbeit geleistet. 
Weniger bekannt ist hingegen die Anpassungsstörung. Obwohl diese im Laufe eines Lebens genauso auftreten kann. Wer innerhalb eines Monats nach einem belastenden Lebensereignis depressive Symptome bei sich feststellt, könnte an einer Anpassungsstörung leiden. Natürlich sind die Übergänge teils fließend, beziehungsweise die Abgrenzung zu einer Depression nicht immer leicht.

 

 

Voraussetzung zur Diagnose einer Anpassungsstörung ist eine klar identifizierbare, vorangegangene psychosoziale Belastung – jedoch NICHT außergewöhnlichen oder katastrophalen Ausmaßes. 
Wie der Name schon vermuten lässt, tritt die Anpassungsstörung während des Anpassungsprozesses (nach Tagen oder Wochen), infolge einer einschneidenden Lebensveränderung oder eines belastenden Lebensereignisses auf. 


Diese „kritischen“ Lebensereignisse können z.B. sein:
•    Trauerfall
•    Schwere körperliche Erkrankung;
•    Trennungserlebnis
•    Partnerschafts-/ Familienprobleme
•    Liebesenttäuschungen
•    Schulübertritt/-wechsel
•    Berufliche Veränderungen
•    Eine über längere Zeit andauernde, unangenehme Belastung;
•    Finanzielle Einbußen
•    Elternschaft
•    Misserfolg
•    Erreichen eines Zieles, Bestehen einer Prüfung oder Ruhestand;
•    Sonstige, als subjektiv so empfundene, Bedrohungen;


Das Leben fragt uns im Vorfeld ja eher selten, wie viel Belastung oder negative Ereignisse wir gerade auf einmal ertragen können. Dementsprechend besteht natürlich auch die Möglichkeit eines Zusammenkommens mehrerer solcher "Life-Events". Wenn dieses Pensum unsere persönlichen, sonst erfolgreichen Bewältigungsstrategien (=Coping-Strategien) übersteigt, geraten wir ins Wanken. Weiterhin spielt auch die Vulnerabilität (individuelle Verletzbarkeit, die übrigens im Laufe des Lebens mal höher und mal niedriger ist) des Betroffenen, bzw. seine Resilienz (psychische Widerstandsfähigkeit) eine entscheidende Rolle im Entstehen der Erkrankung.


Folgende, einer Depression ähnelnden Symptome können auftreten:
•    Depressive Stimmung
•    Angst, Sorge (oder eine Mischung aus beidem)
•    Gefühl, mit den alltäglichen Gegebenheiten nicht zurechtzukommen, sie nicht vorausplanen oder fortsetzen zu können; 
•    Änderung des Sozialverhaltens (z.B. sozialer Rückzug, Desinteresse)
•    Konzentrationsschwierigkeiten
•    Resignation, Mutlosigkeit, bis hin zu Suizidgedanken;
•    Trauer, Gereiztheit, Anspannung;
•    Zukunftssorgen, starke Existenzängste;
•    Emotionale Verwirrtheit
•    Daneben können sich auch körperliche Beschwerden einstellen z.B. Verspannungen, Probleme im Verdauungsapparat und weitere;

 

Das Störungsbild kann je nach Schweregrad und genauer Symptomatik in weitere Bereiche unterteilt werden. Es würde aber an dieser Stelle zu weit führen, diese im Detail darzulegen.


Ich habe diesen Artikel geschrieben, weil es mir wichtig ist, Menschen zu erreichen, die sich in solchen Krisensituationen wiederfinden und nicht wissen, was plötzlich mit ihnen los ist. Und gegebenenfalls deren Mitmenschen, die besorgt sind um ihren Freund oder Angehörigen. 
Ebenso wie, ihnen die Nachricht mit auf den Weg zu geben, dass eine Anpassungsstörung mithilfe therapeutischer Begleitung gemildert bzw. abgekürzt werden kann. 
Eltern möchte ich letztlich noch daran erinnern, dass Anpassungsstörungen genauso auch bei Kindern und Jugendlichen auftreten können. Dort zeigen sie sich häufig in Form von „plötzlichen, oft unerklärlichen Wesens- oder Verhaltensänderungen“, bzw. Störungen des Sozialverhaltens. 

 

Wer fragen zu dem Thema hat, kann sich wie immer gerne mit mir in Verbindung setzen! 

Zuletzt geändert am: 18.04.2018

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