Was bringt das Einweichen bzw. Aktivieren von Nüssen – abgesehen von besserem Geschmack?

Eine Nuss ist zunächst einmal der Samen des Baumes. Ihr Zweck ist das Hervorbringen einer neuen Pflanze. Und so enthält die Nuss, neben vielen anderen dafür zuständigen Inhaltsstoffen, auch sogennante Enzyminhibitoren. Diese braucht das Nüsschen, um nicht zu früh mit dem Austreiben zu beginnen, ehe die optimalen „Rahmenbedingungen“ gegeben sind.
Enzyminhibitoren verhindern aber beim Menschen leider auch teilweise die in der Bauchspeicheldrüse gebildeten Verdauungsenzyme, was zum Problem werden kann, wenn man regelmäßig davon isst.
Ebenso schwierig ist der Verzehr der in Nüssen enthaltenen Phytinsäure. Diese bindet im Verdauungstrakt wertvolle Mineralstoffe wie Zink, Eisen, Magnesium, Calcium, Chrom und Mangan und verhindert deren Absorption (=Aufnahme). Dadurch kann es zur Unterversorgung dieser Mikronährstoffe kommen. Mit einer Menge von 100-400mg Phytinsäure am Tag kann der Körper noch umgehen. Zur Orientierung: Das sind ca. 25g Haselnüsse, 50g Walnüsse oder 30g Mandeln. 
Um die ganzen Antinährstoffe und Gifte in Nüssen zu neutralisieren und wiederum enthaltene Nährstoffe überhaupt erst einmal richtig für den Körper verfügbar zu machen, lohnt es sich also, die Methode des Einweichens anzuwenden. 
Eine Nuss verfügt ja bekanntermaßen vor allem über zahlreiche gute Nährstoffe. Doch scheiden wir viele davon unverdaut wieder aus, da sie so einfach gar nicht verfügbar sind für unseren Körper. Durch das Einweichen bilden sich wiederum wertvolle Enyzme die den Vitamingehalt der Nuss erhöhen, da sie dabei zu keimen anfängt und die Pflanze dazu bringt alle Nährstoffe die sie (wie oben erwähnt) zum Wachsen benötigt, bereitzustellen. 

 

Welche Nüsse sollten unbedingt eingeweicht werden?

•    Haselnüsse 8 Std.
•    Kürbiskerne 12 Std.
•    Mandeln 12 Std.
•    Paranüsse 6 Std.
•    Sesamsamen 8 Std.
•    Sonnenblumenkerne 6 Std.
•    Walnüsse 4 Std.

Für wen ist das wichtig?

  • Jeden, der gerne und oft Nüsse isst.
  • Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion, da hier auch die Bauchspeicheldrüse weniger aktiv ist, wodurch Nüsse zusätzlich schlechter verdaut werden. 
  • Menschen, die Probleme mit der Verdauung haben.
  • Wer eine große Menge Nüsse zu einem Rezept verarbeitet (Nussmilch, Rawfood-Kuchen und Desserts, Müslis, Riegel)

Für wen ist es egal?

  • Wer je nach Sorte nicht mehr als 4-10 Nüsschen am Tag isst  (Reminder: 25g Haselnüsse, 50g Walnüsse oder 30g Mandeln).

Aber wie genau weicht man Nüsse ein?
1.    Einen Teelöffel Meersalz Salz pro 250ml in einen Behälter mit zimmerwarmem Wasser einrühren (Salz fördert den Abbau der Antinährstoffe und Gifte und fördert den Aufbau bzw. die Verfügbarkeit der nützlichen Enzyme und Vitamine).
2.    Nüsse für die jeweilig vorgesehene Zeit einweichen.
3.    Nüsse gründlich mit kaltem Wasser abspülen

 

Danach:
- Können die Nüsse entweder gleich weiterverarbeitet werden (zu Nussmilch, etc.).
- Oder im Sommer: Die Nüsse auf einem Küchentuch ausbreiten und in der Sonne trocknen.
- Oder im Ofen „darren“ (=trocknen): Dafür den Ofen auf kleinstmöglicher Stufe einschalten, Die Nüsse auf einem Backblech verteilen und einen Kochlöffel oder Ähnliches in die Ofentür klemmen und über ca. 4-6 Stunden langsam trocknen. 

 

QUELLEN
 http://www.westonaprice.org/health-topics/living-with-phytic-acid/
 https://de.wikipedia.org/wiki/Enzymhemmung
 https://de.wikipedia.org/wiki/Phytinsäure
 http://ajcn.nutrition.org/content/53/2/537.full.pdf
 http://jn.nutrition.org/content/133/11/3778S.full

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Simple Alltagstipps, um entzündliche Prozesse im Körper zu beeinflussen

Oft vergessen wir, was eigentlich längst bekannt ist: Nämlich der immunmodulierende (d.h. kann die Immunabwehr sowohl positiv als auch negativ stimulieren) Einfluss unserer Ernährung auf unseren Organismus. Dass dies keine Phantasie ist, zeigen zahlreiche wissenschaftliche Studien der letzten Jahrzehnte. 


Think about it: Wer nur schnell irgendwas hier und da isst, um satt zu werden, braucht sich nicht wundern. Natürlich fühlt er/sie sich dann ständig „fertig“. Genauso wie das Essen, das er/sie zu sich nimmt. Und zu glauben, die Nahrung stehe nicht im Zusammenhang mit unserer psychischen Verfassung, ist fast schon fahrlässig. Man braucht ja nur einmal zu überlegen, wie die Laune in den Keller sinkt, wenn man mal ohne Mahlzeit auskommen muss.
Die sogenannte Psychoneuroimmunologie befasst sich sogar explizit mit der Wechselwirkung der Psyche, des Nervensystems und des Immunsystems. Ein Nachbargebiet ist die Psychoneuroendokrinologie, die außerdem die Wechselwirkungen des Hormonsystems mit einbezieht. Alles ist verbunden, kann entsprechend NICHT als einzelnes gesehen werden. Nahrung hält uns am Leben, steuert die Vorgänge im Körper, damit auch Hormone, Immunsystem usw.
ES SPIELT EINE ROLLE WAS WIR ESSEN.
Und wenn wir gegen Entzündungen vorgehen wollen umso mehr.

 

Welche Nahrungsmittel entzündliche Prozesse im Körper fördern:


50 Shades of Nachtschattengewächse

Das sind die hierorts üblichen:

  • Kartoffeln (nicht Süßkartoffeln)
  • Paprika
  • Auberginen
  • Tomaten
  • Melone
  • Grüner Pfeffer & Chili
  • Blaubeeren
  • Heidelbeeren
  • Stachelbeeren
  • Sauerampfer

Nachtschatten gehören zur Familie der Solanaceae. Diese enthalten Alkaloide, Solanin, Capsaicin, Calcitrol, Lektine und Nicotin welche die Pflanzen vor Schimmelbefall und Schädlingen schützen. Jedoch sind sie damit auch für uns nicht völlig unproblematisch. Blaubeeren, Heidelbeeren und Goji-Beeren sind übrigens keine echten Nachtschatten, enthalten aber dieselben entzündungsauslösenden Alkaloide. Ein Problem, das auf Nachtschattengewächse zurückgeführt wird, ist Arthritis. Einige Forscher nehmen an, dass bisweilen vorschnell die Diagnose Arthritis gestellt wird, es sich dabei aber um Nebenwirkungen des regelmäßigen Verzehrs von Nachtschatten handelt. Oft bemerken Betroffene, die an Arthritis, Rheumatismus und anderen schmerzhaften Muskel-Skelett-Erkrankungen leiden, dass es ihnen schlechter geht, wenn sie Gemüse aus der Familie der Nachtschattengewächse essen. Selbiges konnte man bei Patienten mit chronischen Darmproblemen feststellen.


Zucker & Weissmehl 

Gut, was will man zum Thema Zucker und Weissmehl noch sagen. Nicht umsonst empfiehlt man Krebspatienten mit als erstes den Verzicht darauf. Zucker ist Gift;


Alkohol 

Besser gesagt Ethylalkohol, ist ebenfalls Gift. Ethanol sowie dessen Abbauprodukt Acetaldehyd schädigen die Leberzellen. So ist die Ursache für alkoholinduzierte Lebererkrankungen vor allen Dingen die durch den Alkohol hervorgerufene Immunreaktion. Gewisse Bestandteile der Darmbakterien (Endotoxine) und die Botenstoffe (Interleukine und Cytokine) rufen allgemein an den verschiedenen Organen chronische Entzündungen hervor. Womit sich der Kreis auch hier schließt.
Nun wird man langsam denken: „Die Dosis macht das Gift, man muss ja auch noch leben. Was darf man denn dann überhaupt noch essen, wenn man erstmal anfängt?“. – Alles Generalisierungen, die mir hinreichend bekannt sind von Klienten. Ebenso bekannt wie deren Aussagen wenige Wochen später darüber, wie leicht das Umsteigen auf Alternativen war;

 

Das kannst du zudem unterstützend tun:


Fasten 

Fasten bietet unfassbar viele Vorteile. In Bezug auf Entzündungen kommt es uns insofern zugute, dass der Körper dabei Beta-Hydroxybutyrat (BHB) produziert, welches wiederum einen Teil des Immunsystems blockiert, der in verschiedene entzündliche Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Artherosklerose und Alzheimer involviert ist. Endogene Metabolite wie Beta-Hydroxybutyrat, können das sogenannte NLPR3 Inflammasom (=ein Protein¬Komplex, der eine zentrale Rolle für die Entzündungen bei verschiedenen Erkrankungen spielt) verringern.


Oder mithilfe von Nahrungsergänzungsmitteln:


Astaxanthin

Astaxanthin ist das stärkste in der Natur vorkommende Antioxidans. Es ist 550 Mal stärker als Vitamin E und 6.000 Mal stärker als Vitamin C. Es fängt freie Radikale sowohl in wasser- als auch in fettlöslichen Bereichen der Zell-Membran. Weshalb es wesentlich effektiver als andere Antioxidantien ist, die entweder nur auf der Innenseite (wie Vitamin E und Beta-Carotin) oder der Außenseite (wie Vitamin C) der Zellmembran wirken.


MSM

Organischer Schwefel, abgekürzt MSM (=Methylsulfonylmethan) ist ein geruchloses, weißes, kristallines Pulver. Im Körper kommt es als biologisch aktive Schwefelverbindung vor. Es dient dem Organismus als Ausgangssubstanz für Enzyme, Hormone (z.B. Insulin), Antikörper (Abwehrstoffe), für die Produktion von Galle sowie für Kollagen und Proteinen, welche den Aufbau von Muskelsubstanz und Bindegewebe ermöglichen. Es hat so bemerkenswert präventive und therapeutische Eigenschaften, dass dessen Entdeckung als Nahrungsergänzungsmittel zu den wichtigsten Fortschritten der Orthomolekular-Medizin in den vergangenen Jahrzehnten zählt.

 

Enzym Wied

Die darin enthaltenen Enzyme Bromelain, Papain, Lipase, Amylase, Trypsin, Chymotrypsin und Pankreatin schützen die Zellen vor oxidativem Stress, der Nährboden für entzündliche Erkrankungen ist. Sie spalten am Entzündungsort die gebildeten Immunkomplexe aus Antigenen (die Substanzen, die die Entzündung ausgelöst haben) und Antikörpern (Antikörper sind Proteine, die sich zum Zwecke der Beseitigung an die Antigene geheftet haben). Zudem aktivieren Enzyme die so genannten Makrophagen des Immunsystems. Das sind Fresszellen, die beschädigtes oder abgestorbenes Gewebe umgehend beseitigen. Darüber hinaus bauen Enzyme überschüssiges Fibrin ab und sorgen auch für das Abschwellen von entzündlichem Gewebe. Letztlich unterstützen Enzyme darauffolgend den Aufbau von neuem Gewebe und beenden somit den Krankheitsverlauf.

 

Natürlich könnte man bei diesem Thema noch viel mehr in die Tiefe gehen, aber dafür gibt es dann ganz individuell meine Ernährungsberatung!

 


Quellen:
http://arztmillennium.at/files/der_entzuendliche_darm.pdf  
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/61898/Fasten-Antiinflammatorischer-Effekt-ueber-Beta-Hydroxybutyrat
https://news.yale.edu/2015/02/16/anti-inflammatory-mechanism-dieting-and-fasting-revealed
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1043466614005833
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18474269
https://chlorella-wissen.de/astaxanthin-wirkung/
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5372953/
http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/1534735408327251